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Herzlich willkommen im Evangelischen Kirchspiel Krostitz

 

Carola Hoffmann

Vorsitzende unseres Gemeindekirchenrats

Kontakt über das Gemeindebüro oder
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Mobil: 0171 274 08 42

 

 

 

alter gkr19Der Gemeindekirchenrat ist das Leitungsgremium einer Kirchengemeinde – oder wie in unserem Fall: von 11 Kirchengemeinden, die sich zu einem Kirchespiel zusammengeschlossen haben. Die Gemeindekirchenräte, manchmal auch Kirchenälteste genannt, werden für 6 Jahre von allen wahlberechtigten Gemeindemitgliedern gewählt. Bei uns besteht der Gemeindekirchenrat (GKR) aus 11 Ehrenamtlichen, drunter die Vorsitzende, Carola Hoffmann, und ihr Stellvertreter, Bernd Hennig, und dem Pfarrer als festem Mitglied. 

Wir treffen uns alle 4 bis 6 Wochenan verschiedenen Orten des Kirchspiels, halten eine kleine Andacht und beraten und organisieren dann das Gemeindeleben. Bei den vielen Orten, Kirchen und Friedhöfen sind dabei nicht alle Details zu schaffen, weshalb die einzelnen Kirchengemeinden noch jeweils einen Kirchenbeirat wählen, der von dem großen GKR mit Aufgaben wie zum Beispiel Friedhofsfragen beauftragt wird.

Aufgaben des GKR - eine Auswahl:

• Mit den Ordinierten trägt er Verantwortung für die reine Verkündigung des Wortes und die einsetzungsmäßige Feier der Sakramente.

• Er beschließt über die Zeiten der Gottesdienste und die Gestaltung des Gemeindelebens.

• Er bemüht sich um die Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen und unterstützt die hauptamtlichen Mitarbeiter bei ihrem Dienst.

• Er ist für die Sammlung und korrekte Verwendung der Kollekten verantwortlich.

• Er entscheidet über den Gebrauch der kirchlichen Gebäude.

• Er vertritt das Recht der Kirchengemeinde nach außen.

vater und tochter1

Pfarrer Dr. Friedemann Krumbiegel
04509 Krostitz , Schulstr.2
Tel. 034295/ 81807
www.kirchspiel-krostitz.de
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Sprechzeit:

Dienstag 16.00 – 17.00 Uhr im Gemeindebüro Weltewitz
Donnerstag 16.00 –17.00 Uhr im Gemeindebüro Krostitz
oder nach Vereinbarung
 

Gemeindebüro & Friedhofsverwaltung

 
Gemeindesekretärin Ines Reinhardt
04509 Krostitz, Schulstr. 
Tel.: 034295 – 72417, Fax: 034295 - 72621
geöffnet: donnerstags 12.00 – 17.00 Uhr
 

04838 Weltewitz, Lindenplatz 3
Tel.: 034241 – 50531, Fax: 034241 - 52903
geöffnet: dienstags 12.00 – 17.00 Uhr

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Carola Hoffmann

Vorsitzende unseres Gemeindekirchenrats

Kontakt über das Gemeindebüro oder
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Mobil: 0171 274 08 42

Sprechzeit: dienstags 13.00-14.00 Uhr in Weltewitz

 

Gemeindepädagogin Brit Sperling

Karl-Liebknecht-Str. 23 • 04509 Krostitz
Tel.: 034295/70696
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 Konto der Kirchengemeinden

Kreiskirchenamt (KKA) Eilenburg
KD-Bank Duisburg
IBAN:DE42 3506 0190 1551 5860 29
BIC: GENODED1DKD

Spenden- und Überweisungszweck bitte genau angeben, Spendenbescheinigungen ab 200,- € zur Vorlage beim Finanzamt werden auf Wunsch ausgestellt (bis 200,- € genügt der einfache Einzahlungsnachweis beim FA).

 

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Dorfkirche, 13. Jh.

Von vielen Seiten weithin sichtbar ragt der Wölpernsche Kirchturrn übers Land. Er wurde 1837/38 umgebaut und bekam seine jetzige Größe und Gestalt. Die unteren Teile des Turmes aber weisen auf eine romanische Entstehungszeit hin (13 ./14. Jh.). Wölpern sei – nach einer Chronik aus dem Jahr 1660 – vormals die "Hauptkirche" gewesen. Sie wurde aber 1637 fast völlig zerstört. Nach dem Ende des 30jährigen Krieges unternahm man große Anstrengungen, um die Kirche wieder aufzubauen. Sie konnte bereits 1664 "unter dem Namen der Himmelspforte" vom Eilenburger Superintendenten Buchholz wieder eingeweiht werden.

Die Kirche erhielt um die Jahrhundertwende eine neue innere Ausgestaltung. Sie erstrahlte in hellen Farben. Die Decke wurde mit Stuckarbeiten verziert, ein neuer Altar vom damaligen Pfarrer Brunner (der von Weltewitz aus auch für Wölpern zuständig war) gestiftet, die Kanzel und die Taufe farblich dem Altar angeglichen, die Orgel repariert und ebenso farblich der neuen Innengestalt der Kirche angepasst.

Inzwischen mussten die meisten Teile der Stuckdecke herausgenommen werden, da Einsturzgefahr bestand. Zum Vorschein kam eine barocke Deckenbemalung, die in der nächsten Zeit von Restauratoren untersucht werden soll. Zurzeit kann der Gottesdienst nur im "Groitzscher Chor" stattfinden, einer Patronatsloge, die etwa dreißig Menschen Platz bietet, was bei "normalen Gottesdiensten" genügt, aber bei Beerdigungen doch zu großen Problemen führt.

Mindestens seit dem 15.Jahrhundert ist Wölpern selbst Pfarrkirche gewesen. Von daher stammt jedenfalls die Verbindung der Kirche Wölpern mit dem Gut Groitzsch. Die alten Groitzscher kennen den "Kirchweg". Früher ging man zu Fuß die etwa fünf Kilometer zur Kirche. Die Herrschaft fuhr mit dem Pferdewagen. Der Weg dorthin war immer ein geselliges Ereignis. Schließlich ging man oft genug nach der Kirche auch zum Frühschoppen.


Nach und nach ging dann die Bedeutung von Wölpern gegenüber Weltewitz zurück. Im letzten Jahrhundert wurden die beiden Dörfer Bötzen und Jesewitz nach Weltewitz umgepfarrt, Wölpern selbst wurde von Weltewitzer Pfarrern betreut. Diese wurden mit dem Fuhrwerk nach Wölpern gefahren. Dabei soll es nicht nur einmal zu diversen Zwischenfällen gekommen sein. Ein Pfarrer wurde einmal mit der Kutsche in den Graben gefahren, weil der Kutscher während des Gottesdienstes im Wirtshaus
zu tief ins Glas geschaut hatte.

(aus "Spuren in Stein")

 

Wölpern Kirche KirchenschiffDas Kirchengebäude soll im 12. bis 13. Jahrhundert gebaut worden sein. Die Kirche, in ihrem Ursprung romanische Kirche, wurde im Jahre 1632 durch schwedischen Feldmarschall Banner zerstört. Sie blieb fast 20 Jahre lang Ruine und diente Wölfen und Straßenräubern als Schlupfwinkel. Nach dem Ende des 30jährigen Krieges beginnt der Wiederaufbau des Dorfes und man unternahm große Anstrengungen, die Kirche von 1661 bis 1664 wieder aufzubauen. Nach 31 Jahren war die Kirche wieder soweit hergerichtet, dass darin Gottesdienst gehalten werden konnte. 
Im Jahre 1664 am 7. Februar wurde die Kirche auf den Namen „Himmelspforte“ vom Eilenburger Superintendenten Buchholz geweiht. Laut M: Samuel Rinckart war die Wölperner Kirche das erste Filial der Hauptkirche zu Weltewitz. Nach einer Chronik aus dem Jahre 1660 sei die Kirche Wölpern vor dem 30jährigen Krieg Hauptkirche gewesen. Rinckart schreibt weiter, dass sie fast die schönste Kirche auf dem Lande bei der Eilenburgschen Inspektion sei. Jedoch der Turm ist sehr schadhaft, inwendig ist alles Holz faul und auch kein Glockenstuhl vorhanden. Zur Kirche gehören Wölpern, Bötzen, Jesewitz, Gallen und Groitzsch. Diese alle samt haben ihr Begräbnis auf dem Kirchhof zu Wölpern. Mit dem 1.11.1882 treten die Ortschaften Jesewitz und Bötzen aus dem bisherigen Verbande mit der Filial Kirchengemeinde Wölpern aus und treten der Mutterkirchengemeinde Weltewitz als Gleichberechtigte bei.


1661 bis 1664 Wiederaufbau und Neuweihe der Kirche, neuer Dachstuhl mit steilerer Dachneigung, Umbau des Giebels, Fensterveränderung, Verschluß der südlichen rundbogigen Türöffnung, Einbau der Holzbalkendecke, Einbau des Groitzscher Chores (Patronatsloge) über der Sakristei und Emporeneinbau.


Nach 165 Jahren im Jahr 1829 wurde die Kirche durch Herrn Major von Landwüst auf Groitzsch wieder in einen guten Zustand versetzt. Es wurde eine neue Orgel angeschafft, der Bau wurde dem Orgelbaumeister Wäldner aus Halle übertragen. Sie wurde am 1.Advent, d. 29.11.1830 eingeweiht.
Die Kirche Wölpern hatte einen niedrigen, nur wenig über das Kirchendach emporragenden, dem Weltewitzer Turm gleichenden Turm, ohne Spindel, Knopf und Fahne. Die Gemeinden wünschten einen höheren kuppelförmigen Turm. Man begann 1837 mit dem Bau. Am 18.09.1838 wude das Kreuz auf dem Turm aufgestellt. Was das Kreuz betrifft, ist sehr zu bedauern, dass es, indem der Querbalken von Ost nach West die Richtung hat, eine ganz falsche Stellung erhielt. Pastor König hatte vergeblich versucht, es zu richten. September 1863 wurde eine neue Kirchturmuhr auf drei Seiten (Nord, Ost und Süd) angebracht. 1889 hat Pfarrer Brunner vom Uhrmacher Handke aus Pressel wiederum eine neue Kirchturmuhr einbauen lassen. 1901 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen, wie Reparatur des Treppenpodestes, der Türen, Fenster, Sakristei Fußboden, Emporenbrüstungen, Ersatz der mittleren Emporenfüllungen durch kreisförmige Füllungen, Einbau der stuckierten Kassettendecke aus Gips. An Patronatsloge wurden zusätzlich Wappenbilder in den Füllungen – Albrecht von Güntherrodt und Sofia Elisabeth von Schafstedt- angebracht. Wiederherstellung und Verbesserung der Orgel. Vom Erlös einer Spendenaktion, von Pfarrer Brunner veranlasst, wurde der neue Altar bezahlt. Taufstein und Kanzel aus dem 17. Jahrhundert wurden derFarbe des Altars angepasst. Anlässlich der Einweihung am 04.08.1901, nach Restauration der Kirche, schenkte der Herr Kirchenpatron, Rittergutsbesitzer Otto Hertwig, eine Altarbegleitung von schwarzem Tuch, die noch heute bei Trauerfeiern und am Karfreitag aufgelegt wird, der Kirche. 1929 wurden die jetzigen Kirchenfenster eingebaut. Am 17.02.1936 wurden von Emil Glöckner aus Eilenburg 70 Stück Abendmahlkelche und drei Tabletts gekauft. Ab Januar 1994 war die ihrem Ursprung romanische Kirche nicht mehr nutzbar. Seitdem drängten sich die evangelischen Christen von Wölpern und Gallen in der zum Gemeinderaum hergerichteten Patronatslöge zusammen. 1996 wurde die Holzdecke des Kirchenschiffes freigelegt. Im November 1998 wurde mit der Erneuerung des Sakralbaues begonnen. Der Dachstuhl am Kirchenschiff wurde erneuert, da der Schwamm unvorstellbare Größenordnungenerreicht hatte. Das Dach wurde ausgebessert, elektrische Leitungen in Kirche undTurm verlegt, Holzdecke im Kirchenschiff gesichert und Kirche mit weißem Farbanstrich und Frieskante versehen. Am 17.10.1999 14 Uhr wurde mit Probst Hamel aus Lu-Wittenberg die Kircheneinweihung gefeiert. Im Jahre 2000 Instandsetzung des Turmes, Mauerwerksicherung, teilweise neue Fenster, neues Dach ,neues vergoldetes Kreuz, alle drei Zifferblätter restauriert, Untergrund dunkelgrau ,vergoldete römische Ziffern (ohne Zeiger). Am 16.12.2000 wurde die Instandsetzung des Turmes gefeiert.Im Januar 2002 Einbau der Funkuhr mit vergoldeten Zeigerpaaren durch Elektromeister Zetzsche. Am 31. Januar 2002 war der erste Uhrenschlag zu hören. Die Uhr schlägt zur halben Stunde einmal und zur vollen die Anzahl der Stunde. 2003 und 2004 wurde die Bankheizung eingebaut. Im Februar 2009 wurde der eiserne Glockenstuhl abgebaut, Bodendielen verstärkt, neue Balken eingezogen und ein neuer Glockenstuhl aus Holz für drei Glocken gebaut. Die vorhandene kleine Glocke aus dem Jahre 1882 wurde mit neuem Klöppel und elektrischem Antrieb versehen. Festgottesdienst am 19.07.2009 mit Bläsern und Chor zur Einweihung des neuen Glockenstuhles. Am 26. Oktober 2018 wurde mit der Deckung des Kirchendaches begonnen, Fenster und Türen gestrichen, Farbanstrich des Kirchenschiffes. Aus dem Jahre 1557 befindet sich ein Epitaphium in der Kirche mit ganzfiguriger Darstellung des verstorbenen Mädchens. Im Jahre 1837 besaß Wölpern nur zwei Glocken. Im Jahr 1882, am 9.3., wurde ein neues Glockengeläut im as-Moll Dreiklang feierlich eingeweiht. Die mittlere und große Glocke wurde 1917 in der Rüstungsindustrie eingeschmolzen. 1929 wurdenwieder zwei neue Bronzeglocken von der Glockenfirma Shilling Apolda geliefert, die leider 1942 wieder aus dem Turm zu Kriegszwecken genommen und eingeschmolzen wurden. So hing nur noch die kleine Glocke aus dem Jahre 1882 im Turm.

Wölpern Glocken


Im Jahr 2009 haben wir begonnen, Spenden für zwei neue Glocken zu sammeln. Ende 2011 haben wir der Glockengießerei Lauchhammer den Auftrag für
zwei neue Glocken erteilt . Am 25.05.2012 wurde die große Glocke (500 kg) und am 01.06.2012 die mittlere Glocke (290 kg) gegossen, die wir am 21.06.2912 in Lauchhammer abholten. In einem Festgottesdienst im Zelt wurde am 24.06.2012 die Glockenweihe festlich begangen . Die beiden Glocken wurden mit einem Kran in den Turm gehoben und in den Glockenstuhl abgestellt. Im Dezember 2012 wurden die Glocken mit Joch, Klöppel und elektrischem Antrieb versehen. Am 5.12.2012 wurde in einem Festgottesdienst die Einweihung des gesamten Glockengeläutes gefeiert.

(Jung/Ahnicke)

 

 

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Fotogalerie Wölpern:

(Zum Vergrößern bitte anklicken!)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dorfkirche, ca. 15. Jh.

Mit Weltewitz verbindet sich auch ein Name, der nicht nur vielen Eilenburgern bekannt sein dürfte: Rinckart. Aber es handelt sich nicht um den Eilenburger Martin Rinckart, den Dichter des Liedes "Nun danket alle Gott". Sein Sohn Samuel war in Weltewitz Pfarrer von 1652-1685. Er musste sich bösen Anfeindungen stellen und erwog manchmal, das Dorf zu verlassen. So wurden ihm beispielsweise die Schuld an einer Pestepidemie wie auch die Schuld an einer Feuersbrunst zugeschrieben.

Die Kirche von Weltewitz stammt in ihrer jetzigen Gestalt aus dem 17. Jahrhundert. Der Turm wird älter geschätzt. Er könnte aus dem 15. Jahrhundert stammen. Im Jahr 1694 wurde die Kirche erhöht und verlängert. Doch an manchen Einzelheiten, wie der Innenausstattung der Sakristei, wo sich ein Tabernakel befindet, kann man ablesen, dass die Kirche auf jeden Fall aus vorreformatorischer Zeit stammt. Innen hat die Kirche eine einfache Gestalt, sie besteht aus einem rechteckigen Saal.

Der Altaraufsatz wurde 1909 gefertigt. In den 60erJahren wurde er abgenommen und an einer Seitenwand aufgestellt. Inzwischen hat er wieder den originalen Standort erhalten.

Von großer Bedeutung ist die Orgel, die im Jahr 1722 gebaut wurde. Diese Jahreszahl ist gut lesbar am Prospekt erhalten. Eventuell wurde aber 1722 "nur" eine ältere Orgel umgebaut. Die Entstehungszeit der Emporen wird, ebenso wie die der Kanzel, auf die Zeit um 1694 geschätzt. Die Orgel findet zurzeit starkes Interesse der Weltewitzer, Jesewitzer, Bötzener und Gostemitzer (die vier Dörfer gehören zur Kirche und Pfarrei Weltewitz). Es gibt einen Förderverein, der sich den Erhalt der Orgel zum Ziel gesetzt hat, da es nur noch sehr wenige so erhaltene Instrumente aus dieser Zeit gibt, vor allem von den "Orgelbauern der 2. Garnitur", zu denen Donati, von dem die Orgel stammt, zu zählen ist. Bekannter und verbreiteter sind meist die Orgeln von Silbermann.

Nach dem 30jährigen Krieg war der Zustand der Dörfer und Kirchen allgemein ziemlich schlecht. So findet sich eine Aufzeichnung von 1660, die auf Samuel Rinckart zurückgehen dürfte, wonach die Kirche nicht viel Raum hat, auch ziemlich dunkel sei, die Decke verfault und die Kirche insgesamt, vor allem auch der Fußboden, alt und mangelhaft war. Ebenso verhielt es sich mit der Pfarre und der Schule, die beide im Jahr 1637 durch schwedische Truppen – wie auch die Kirche Wölpern – zerstört worden waren. Während des 30jährigen Krieges wurde Weltewitz vierzehn Jahre lang vom Pfarrer aus Pehritzsch betreut. Das Pfarrhaus in Weltewitz ist renoviert und modern hergerichtet.

(aus "Spuren in Stein")

weltewitz alt2aDie Kirche von Weltewitz ist eine gotische Saalkirche. Ihrer jetzigen Gestalt stammt aus dem 17. Jh.
Der Turm (Höhe 14,50m) wird älter geschätzt. Er könnte aus dem 15. Jh. stammen. Auch an manchen Einzelheiten, wie der Innenausstattung der Sakristei, wo sich ein Tabernakel befindet, kann man ablesen, daß die Kirche auf jeden Fall aus vorreformatorischer Zeit stammt.
Nach dem 30jährigen Krieg war der Zustand der Dörfer und Kirchen allgemein ziemlich schlecht. So findet sich eine Aufzeichnung von 1660, die auf Samuel Rinckart zurückgehen dürfte, wonach die Kirche nicht viel Raum hat, auch ziemlich dunkel sei, die Decke verfault und die Kirche insgesamt, vor allem auch der Fußboden, alt und mangelhaft war. Ebenso verhielt es sich mit der Pfarre und der Schule, die beide im Jahr 1637 durch schwedische Truppen zerstört worden waren.
Im Jahr 1694 wurde die Kirche erhöht und verlängert (davon zeugen Putzreste am Turm im Bereich des Kirchschiffdaches). Die Emporen wurden eingebaut und die Fenster vergrößert, das gesamte Aussehen wurde barockisiert.
Im Jahre 1836 wurde die ganze Kirche mit Sakristei abgeputzt und geweißt. Im Turm wurden neue Sparren eingezogen und die Turmhaube mit neuen Knöpfen versehen. Die beiden Kirchen Türen (heute nehmen wir an das es sich um die noch bestehende auf der Nordseite und die zum Fenster zugemauerte auf der Südseite handelt) wurden von außen neu verkleidet.
Im Jahre 1954 wurde der Außenputz für 3369,41 Mark erneuert. Ein in einem Glasfläschchen eingemauerter Zettel der Bauarbeiter wurde 2011 beim Abputzen des Turmes gefunden.
Im Jahre 1968 wurde das Kirchdach und der Turm neu eingedeckt. (Putzblomben mit Inschrift im Dachbereich der Sakristei).
Im Jahre 2011/12 wurde die Kirche auch außen für 209.000,00€ umfassend Saniert. Extra für diese Kirche wurden die Dachziegel nach historischem Vorbild gebrannt. Die vielfältigen Rotton-Nuancen wurden durch unterschiedliche Brenntemperaturen möglich. Der Außenputz ist zum Schutz des Natursteinmauerwerkes als Sand/Kalk-Putz mit einem Farbanstrich aus Kalkfarben versehen. Die Putzteilung greift den barocken Charakter auf.

weltewitz alt1aInnen hat die Kirche eine einfache Gestalt, sie besteht aus einem rechteckigen Saal. 1722 wurde der Innenraum bemalt. Die Bestuhlung von 1803 ist noch heute in Benutzung. Die heute letzten Bankreihen sind das Chorgestühl aus dem Altarraum, welche 1805 um Sitze an den Chorlehnen erweitert wurden. Zu dieser Zeit gab es auch in der Turmhalle Bänke. Damals war der Eingang der Kirche auf der Südseite wo heute das kleine Fenster ist und nicht durch den Turm. Dieser hatte im Bereich der Tür ein Fenster (welches bei den Putzarbeiten 2011 sichtbar wurde). Die obere Empore wurde 1836 eingebaut. Im Jahre 1872 wurde die Kirche für 1065 Mark restauriert.
Der Altaraufsatz wurde 1909 gefertigt in diesem Jahr wurde der gesamte Innenraum restauriert. In den 60er Jahren wurde der Altaraufsatz abgenommen und an einer Seitenwand aufgestellt. Seid 1998 ist er wieder am originalen Standort.
Die Entstehungszeit der Emporen wird, ebenso wie die der Kanzel, auf die Zeit um 1694 geschätzt. Von großer Bedeutung ist die Orgel von J.J. Donati, die im Jahr 1722 gebaut und 2008 restauriert wurde. Diese Jahreszahl ist gut lesbar am Prospekt erhalten.

Die Kirche erhielt Mai 1836 statt der ganz schlecht gewordenen Fenster mir runden in Blei eingefassten Scheiben neue Fenster mit Tafelscheiben. Die Buntglasfenster am Altar, Moses mit Gesetzestafel in ornamentaler Glasmalerei, wurde von Wilhelm Franke Naumburg am 15.10.1909 für 250 M eingebaut.

weltewitz glocken192 Glocken kleine Glocke (Durchmesser 67cm) 15.Jh, Große Glocke (Durchmesser 105cm) von 1804
Goldene Turmknöpfe 2012

(aus Gemeindeblatt Juni 2019)

 

 

 

 

Weltewitz Orgel Donati 2 kleinDonati-Orgel in der Kirche Weltewitz wird 300 Jahre alt!

Im Jahre 1722 stellte der Orgelbauer Johann Jakob Donati die Orgel in der Weltewitzer Dorfkirche fertig. Die Jahreszahl 1722 ist noch heute gut am Prospekt (der vorderen, künstlerischen Orgelverkleidung) zu lesen. J. J. Donati wird zusammen mit seinem Bruder Christoph Donati d. J. zur zweiten Generation (von fünf) der Orgelbauerfamilie Donati gezählt. Er war Gothaischer und Altenburger Hoforgelbauer und führte die Orgelwerkstatt von Holbeck in Zwickau weiter. Er schuf ca. 20 Orgeln vor allem im Altenburger Land. Die Weltewitzer gehört zu den kleineren Orgeln mit nur einem geteilten Manual mit 8 Registerstimmen und einem Pedal mit einer „Grobgedackt“- und einer tiefen „Subbaß“-Stimme. Etwas Besonderes ist der barocke Tremulant, der ein künstliches Zittern (ein Tremolo) der Stimmen erzeugt. Außerdem gibt es ein Register mit der Aufschrift „Sterne“ – wenn man dieses zieht, drehen sich hoch oben zwei goldene Zimbelsterne und schlagen dabei gegen kleine Glöckchen. Dieser silberne Klang krönt dann die schönsten Weihnachtslieder, aber auch ein Sommerlied wie „Geh aus mein Herz“. Eine Herausforderung ist außerdem die extrem hohe Werckmeister-Stimmung der Orgel (484 Herz bei 15°C). Da muss sich die Gemeinde beim Singen ziemlich anstrengen. Aber meist transponieren unsere geschickten Orgelspieler die Liedsätze einfach ein paar Halbtöne nach unten.
Mit der ersten denkmalpflegerischen Untersuchung begann im Jahr 1996 die vollständige Restaurierung. In zwei Abschnitten wurde durch die renommierte Orgelbaufirma Schuke aus Potsdam der Originalzustand weitgehend wiederhergestellt. Von Anfang an begleitete der Beauftragte des Landesamtes für Denkmalpflege Dresden, Dr. Horst Hodick, die Arbeiten. In seinem Abschlussgutachten heißt es: „Die umfangreiche und hochwertige Restaurierung der Donati-Orgel von 1722 hat dazu beigetragen, ein wertvolles Klangdenkmal des 18. Jahrhunderts wieder nutzbar und erlebbar zu machen und vor dem völligen Verfall zu bewahren.“ Bei der Abnahme am 06.11.2008 lobte Kantor Ekkehard Saretz die frische und kraftvolle Intonation des Instruments und die deutliche Charakteristik der Einzelstimmen. Neben dem besonderen Klang zeigt auch das äußere Erscheinungsbild, restauriert durch die Werkstatt Peter Ehrhardt in Dresden, wie farbenfroh die barocke Zeit war.
Das barocke Kleinod erklingt zu jedem Gottesdienst und in diesem Jubiläumsjahr auch zu weiteren Veranstaltungen. Beginn ist das Orgelkonzert 11. Juni mit dem bekannten Grimmaer Organisten Tobias Nikolaus. (Heike Dittmann)

(aus Gemeindeblatt März-Mai 2022) 

300 Jahre alte Donati-Orgel in Weltewitz hat viel zu erzählen

donati1 22In Weltewitz wird die Donati-Orgel 300 Jahre alt. In der LVZ erzählt das barocke Kleinod, auf dem demnächst der bekannte Organist Matthias Eisenberg die 14 Register ziehen wird, warum sie nicht nur wegen zweier Sterne was ganz besonderes ist.

Was die Donati-Orgel erzählt

Mit 300 Jahren hat man Eitelkeit nicht mehr nötig. Das gilt erst recht für mich, die Donati-Orgel in Weltewitz. Obwohl es für mich Balsam auf den knarrenden Untergrund ist, wenn mein Pfarrer Friedemann Krumbiegel bei seiner zum Amtsantritt vor 13 Jahren spontan gefassten Meinung bleibt: Ich bin einfach eine  der tollsten Orgeln.

donati2 22Wer hört so was nicht gern. Apropos hören. In der Regel einmal im Monat flöte, seufze, trompete, klinge, trompete, pfeife, seufze, jammere und jubiliere ich unter den Händen meiner meist ehrenamtlich agierender Organisten. Ich genieße das, schließlich will auch eine 300-Jährige gebraucht werden. Spielen ist Balsam für jede Orgel und das gilt natürlich auch für mich.

Obwohl ich ansonsten schon was Besonderes bin. Denn im Gegensatz zu den überwiegend romantischen Orgeln aus dem 19. Jahrhundert bin ich eine reine Barockorgel. 1722 haben mich die bekannten Orgelbauer der Firma Donati geschaffen. Orgeln wurden damals genau für den Kirchenraum gebaut, in dem sie dann stehen sollten. Mein Pfarrer meint, die Donatis hätten mich für den Weltewitzer Kirchenraum eine sehr, sehr starke Stimme eingebaut.

Das kann ich nicht einschätzen, doch wenn die Organisten und ich mal alles geben, dann schallt unsere Botschaft seit drei Jahrhunderten weit über die eigentliche Kirche hinaus. Von „Grobgehackt“ bis tiefer „Subbass“-Stimme kann ich da alles.

Herausforderung beim Gesang

donati3 22Mit meiner extrem hohen Werckmeister-Stimmung fordere ich die Gemeinde zudem beim Singen heraus. Doch dafür kann ich nichts. Früher wurde eben einfach höher gesungen. Die heute lebenden Menschen haben sich da aber was einfallen lassen. Extra für solche historischen Orgeln wie mich gibt es ein Choralbuch, dass die Liedsätze einen Halbton nach unten transponiert.

Ansonsten bin ich eher nicht für Kompromisse. Und so sind wesentliche Teile von mir, darunter der sichtbare Prospekt, noch immer original.

Als Barockorgel tragen drei meiner Frontpfeifen einen Schmuckbehang. Sie klingen deshalb nicht besser, aber ich finde, sie bilden einen tollen Kontrast zu meinem sonstigen weiß-goldenen Anstrich.

Die richten Töne treffen wird auf jeden Fall mein Geburtstagsgast Matthias Eisenberg, auf den ich mich schon sehr freue. Es wird zwar nicht unsere erste Begegnung sein, aber Matthias Eisenberg schafft es sicher, selbst mich wieder mit seinen Improvisationen zu überraschen.

donati4 22Dass er dann all mein 14 Register ziehen und aus 552 Pfeifen wählen kann, das habe ich engagierten Weltewitzern zu verdanken. In erster Linie kann ich mich dabei  an Burkhard Behr erinnern. Er sorgte dafür, dass ich ab 1996 Besuch von der Orgelbaufirma Schunke aus Potsdam bekam. Und die haben dann auch mein Tremulant, mit dem jeder Ton auch vibrierend zitternd in die Kirche schallt, auf Vordermann gebracht.

Seit der bis 2008 andauernden Kur kann ich noch mit einer anderen Besonderheit wieder goldig glänzen. Barocke Orgeln schmücken sich von alters her ja gern mit einem rotierenden Zimbelstern, der dann ein nicht sichtbares Glöckchenwerk in Bewegung setzt. Die meisten Orgeln haben davon nur einen, doch ich habe zwei. Und wenn die ihren hellen Glöckchen-Klang ertönen lassen, lässt auch mich das nicht kalt. Doch im Moment leide auch ich unter der Sommerhitze. Dass meine Kirche große Glasfenster nach Süden hat, erweist sich dabei für mich  nicht als vorteilhaft.

Holzwurm und andere Sorgen

donati5 22In meinem Alter muss ich auf mich Acht geben. Die Metalldrähte, mit denen bei mir als mechanische Orgel Tasten und Töne verbunden sind, müssen gewartet werden. Und ja, auch mein Holz ermüdet. Und natürlich muss ich auch aufpassen, dass der Holzwurm, der bereits hier und dort im Gestühl der Kirche nagt, nicht auch noch mich entdeckt.

Doch die größte Sorge bereitet mit etwas anderes. Seit etwa zwei Jahren verliere ich an Halt. Nein, meine Gelenke selbst sind in Ordnung. Doch der Unterboden der Kirche sinkt, die Empore auf der ich stehe, muss daher schon mit Stützbalken abgesichert werden.

Einladung zum Konzert

Bei meinem Geburtstagskonzert, zu dem ich alle Orgelfans einlade, soll uns das nicht stören. Ich würde mich freuen, wenn nach dem letzten Ton aus meinen Pfeifen der eine oder andere Euro in der Spendenbüchse klappert. Denn dies, wie natürlich auch das Rascheln von Geldscheinen, ist Musik in meinen Ohren. Sehen und hören wir uns? Ich würde mich jedenfalls freuen.

Ihre Donati-Orgel aus Weltewitz

Quelle: LVZ | 11.8.2022 | Text + Fotos: Ilka Fischer

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Fotogalerie Weltewitz:

(Zum Vergrößern bitte anklicken!)

 

Weltewitz Orgel Donati 23 klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dorfkirche, 14./ 15 . Jh.

Auf dem Ostgiebel über dem Altarraum sieht man ein inzwischen sehr stark beschädigtes Kreuz. Die Form des Kreuzes weist es als altes Wallfahrtskreuz aus. In Wöllmen gab es einen Altar mit einem wundertätigen Marienbild. Das Bild kam Anfang oder Mitte dieses Jahrhunderts nach Eilenburg ins Museum zusammen mit einem Katharinen-Bild, das auf einem anderen Altar in der Kirche gestanden hatte. Wie viele Heilungen das wundertätige Marienbild vollbrachte, ist nicht mehr überliefert. Sicher aber hatte in vorreformatorischer Zeit Wöllmen mit der Wallfahrtskirche eine Bedeutung über die Region hinaus. Die Kirche stammt überwiegend aus gotischer Zeit, also aus dem 14./15. Jahrhundert. Allerdings wird erwähnt, dass bereits in der Mitte des 13. Jh. eine Kapelle in Wöllmen gestanden hat. Im 17. Jahrhundert und um 1720 wurde die Kirche innen umgestaltet. Man kann im Altarraum noch Gewölbefänger sehen, die ein gotisches Gewölbe getragen haben.

Der Altar und die Kirche wurden im Jahr 1720 gemalt. Die Inschrift ist noch gut zu lesen: "Anno 1720 Gott zu Ehren Ist diese Kürehe und Altar gemahlet, durch Gottfried Woltkewitzen Mahlern von Eilenburg und mit Gottes Hilfe verferdigt worden". Die Kirche ist außen verputzt. jeder "gelernte DDR-Bürger" weiß, was es hieß, Baumaterial zu besorgen. Eine Familie in Wöllmen hatte also etwa 100 Zentner Zement lose anliefern lassen und im Schuppen gelagert. Im Hof wurde dann der Mörtel gemischt und mit Schubkarren die ca. 300 m zur Kirche gefahren. Eine Orgel gibt es schon lange nicht mehr in Wöllmen. Es wird ein geborgtes Harmonium
gespielt, das erst auf der Empore stand und dort beinahe durch das Podest, auf dem es erhöht stand, durchgebrochen wäre. Inzwischen steht es unweit des Altars auf festerem Grund.

(aus "Spuren in Stein")

 

Erstaunlich, welch eine große Kirche das Dörflein Wöllmen besitzt. Ein Wallfahrtskreuz auf dem Ostgiebel deutet auf eine größere Geschichte hin, ebenso ein riesiger Gewölbebogen, der sich über die nördliche Eingangstür spannt und bei der letzten Außensanierung vor fünf Jahren besonders sichtbar gemacht wurde. Leider sind die urkundlichen Nachrichten mangelhaft, so dass vieles nur aus der baulichen Substanz erschlossen werden kann. Erstmals wird aber im Jahr 1363 von einer „kapellen zu welmyn“ (Wöllmen) gesprochen, „die da vor hundert jahren ist gewest“. Dazu passen einige wenige romanische Reste, vor allem der bereits erwähnte Gewölbebogen. Der 20 Meter hohe Turm ist mit Findlingen in Backsteinverzwickung gebaut und hat an den Ecken zur Verstärkung zwei bis zum Dach reichende runde Strebepfeiler. Die spitzbogigen Fenster weißen ihn in die spätgotische Zeit. Aus der selben Zeit stammt scheinbar auch die Bronzeglocke, die einen Durchmesser von 67 cm hat und zwischen zwei Reifen mehrfach den Buchstaben M (für Maria?) und einmal S trägt. Sie wird heute immer noch von Hand geläutet.
Auch das Kirchenschiff besitzt zwei spätgotische Fenster. In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts mag dann auch der schmalere Chorraum erweitert worden sein, so dass der jetzige rechteckige Saalbau entstanden ist. Im 17. Jahrhundert bekam der Saal eine nördliche Empore und eine hölzerne Felderdecke, wie sie auch in Wölpern und Liemehna vorhanden ist. In den Ecken des Chores erkennt man aber noch die alten Gewölbeanfänge, auch sind die äußeren Stützpfeiler ein Hinweis darauf, dass hier einmal ein Gewölbe vorhanden gewesen sein muss. Einen größeren Umbau erhielt die Kirche dann in barocker Zeit: Die Fenster wurden verändert, die Westempore und ein Kanzelaltar errichtet, der auf der Rückseite die Inschrift trägt: „Anno 1720 Gott zu ehren ist diese Kürche und Altar gemahlet, durch Gottfried Woltkewitzen Mahlern von Eilenburg gemahlet und mit Gottes Hilfe verferdiget worden.“ Für die folgenden 250 Jahre sind keine größeren Umbauten zu bemerken, wohl aber registrieren die Kirchenbücher regelmäßigen Reparaturen und Erhaltungsarbeiten am Dach, Kirchgestühl, Holzdecke, Emporen – und immer wieder an der Orgel. Von dieser ist heute allerdings nichts mehr zu sehen, stattdessen steht im Altarraum ein Harmonium, dass in den letzten zehn Jahren nur einmal gespielt worden ist. Wer heute die Kirche betritt, entdeckt an der Südseite das Bild einer hölzernen Marienstatue. Das dreiviertel-lebensgroße Original befindet sich zusammen mit einer Figur der Heiligen Katharina im Eilenburger Stadtmuseum. Es kann vermutet werden, dass es sich bei der Statue um jenes „wundertätige Marienbild“ handelt, dass in vorreformatorischer Zeit die Bekanntheit der Wöllmener Kirche als Wallfahrtsstätte begründete. Vermutlich waren sowohl die Maria als auch die Katharina und eine weitere Heilige (die Hl. Barbara?) Bestandteile eines je eigenen Altars, von denen sich 1923 noch Reste im Turmobergeschoss fanden.
Heute öffnet die Kirche nur noch viermal im Jahr ihre Pforten zu den Gottesdiensten der kleinen Gemeinde. Neben dem Buß- und Bettag, dem vierten Advent und Palmsonntag bildet den Höhepunkt der Tag des offenen Denkmals, an dem im Zusammenspiel mit dem Wöllmener Hoffest ein musikalischer Gottesdienst gefeiert wird, bei dem schon Blockflöten, Alphorn, irische Harfe und Panflöte erklangen. An diesem Tag ist Kirche meist bis zum letzten Platz gefüllt. Es ist sicher nicht der hohe Sitzkomfort, der die Menschen anzieht, wohl aber der altehrwürdige Kirchenraum, der durch die Musik ins Schwingen kommt. (fk)

(aus Kirchspielkalender März bis Mai 2020)

 

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 Wllmen Kirchenbilder 7  

 

 

 

 

 

 

 

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Dorfkirche. um 1500

Der Name des Ortes Priester bezieht sich nicht auf einen Geistlichen, sondern er stammt aus dem Wendischen. Urkundlich wird er 1100 Brezderi, 1145 Pristire genannt und bedeutet Birkenschäler. Die Wenden benutzten die Rinde der Birken als Dachabdeckung.

Die Kirche zu Priester mag um 1500 aus Bruchsteinen und Backsteinen gebaut worden sein. Aber durch zahlreiche Umbauten wurde sie stark verändert. Erhalten geblieben ist der Turm. In ihm befinden sich zwei Bronzeglocken von 1686 und 1854. 1721 wurde das Schiff gänzlich erneuert.

Altar und Emporen stammen auch aus dieser Zeit. Die Orgel wurde 1859 vom Eilenburger Orgelbauer Geissler eingebaut.

Der Taufstein stammt aus dem Jahre 1590 und ist aus Sandstein gehauen. Um 1980 sollte diese Kirche aufgegeben werden, aber zahlreiche Gemeindeglieder setzten sich für die Erhaltung ein. Seit 1983 wurden außen und innen umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Die Fenster wurden 1991 erneuert.

1992 wurde ein neues Gestühl eingebaut. So konnte die Kirche den Gemeindemitgliedern von Priester und Kupsal wieder als Gotteshaus dienen. Im Vorraum zum Kirchenschiff stehen zwei Steinfiguren. Sie beziehen sich auf 1. Kor. 13, Vers 13 und stellen den Glauben und die Hoffnung dar. Die Dritte im Bunde, die Liebe, muss von den Christen in vielen Häusern und unter den Menschen und Geschöpfen gelebt werden.

Im Altarraum steht seit 1996 ein von einem Konfirmanden geschmiedeter Osterleuchter, der das in Eisen geschmiedete Bibelwort Micha 4 darstellt: "Schwerter zu Pflugscharen".

(aus "Spuren in Stein")


Kirche Priester webWäre nicht ein Wegweiser an der alten Dorfstraße, könnte man meinen, Priester habe überhaupt keine Kirche. Still und bescheiden liegt sie am Nordrand des Dorfes, ein Weglein führt von ihr hinaus auf die Felder. Ihr Alter ist sehr schwer einzuschätzen, weil sie mehrere starke Umbauten erfahren hat. Erwähnt wird sie erstmalig in den Visitationsberichten von 1534 als Filialkirche von Hohenleina (Krostitz). Die Kirche hat aber schon vor der Reformation bestanden. Vielleicht ist sie um 1500 parallel zu den großen Umbaumaßnahmen an der benachbarten Hauptkirche errichtet worden. Oder muss noch viel weiter zurückgedacht werden? Über der zugemauerten Sakristeitür findet sich auf der Nordseite ein ebenfalls zugesetztes kleines Rundbogenfenster, welches auf die romanische Zeit deutet.

Das älteste Inventar in ihr stellt der kunstvoll geschnittene Taufstein von 1590 dar, auf dessen oberem Umlauf zu lesen ist: „UND SIE BRACHTEN KINDELEIN ZU IESU, DAS ER SIE ANRIRETE“, und auf dem äußeren Umlauf: „GEHET HIN IN ALLE WELT UND LERET ALLE HEIDEN UND TEUFFET SIE: MATEI AM LETZTEN“. Das älteste Kirchenbuch setzt im Jahr 1586 ein. Anders als alle anderen pfarramtlichen Unterlagen hat es die Zerstörungen des 30jährigen Krieges nur deshalb überlebt, weil es von dem Schulmeister der Schule in Priester geführt wurde. Die Gründung solcher Schulen hatte zuvor Martin Luther für alle evangelischen Orte eifrig empfohlen.

Nach Kriegsende wurden 1681 Altar und Kanzel erneuert und 5 Jahre später eine Bronzeglocke für den Turm in der Leipziger Werkstatt von Gottfried Stein gegossen. Um 1720 sorgte Pfarrer Johann Benedict Metzler für eine grundlegende Erneuerung: Der marode Turm über dem Chorraum wurde abgerissen und mit barocker Haube neu errichtet; der Kanzelaltar, die Emporen und das Kirchengestühl wurden ebenfalls erneuert. Eine erste Orgel wurde 1818 eingebaut, bevor sie dann 1859 durch die einmanualige Geißler-Orgel aus Eilenburg ersetzt wurde. 1911 erfolgten weitere Sanierungsmaßnahmen. Priester2 webIm ersten Weltkrieg wurden die beiden kleineren Glocken von 1854 zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Und auch von den darauf neu gestifteten Glocken wurde im zweiten Weltkrieg wieder eine für ungute Zwecke abgeliefert. Auf der anderen, die neben der großen Glocke von 1686 erhalten geblieben ist, steht, dass sie „im Hitlerjahr 1934“ gegossen wurde. Wie viel Unglück und bösartige Grausamkeit die Hitlerjahre über unzählige Menschenleben gebracht haben, begann man erst später zu überblicken. An der Glocke sind keine verherrlichenden Symbole dieser Zeit zu finden, deshalb wird sie auch weiterhin geläutet. Altar Priester webAnfang der 1980er Jahre war die Kirche dermaßen baufällig geworden, dass sie schon aufgegeben werden sollte. Durch die Initiative von Pfarrer Karl-Heinz Uth und engagierter Priesteraner wurde die Kirche in den Jahren 1984-1992 Stück für Stück dem Verfall entrissen. Die schönen Malereien an der hölzernen Kassettendecke fingen wieder zu leuchten an und formschöne Kirchenbänke wurden von Jörg Schirmer getischlert. Die letzte Großmaßnahme bestand in der Außensanierung der Kirche vor zwölf Jahren.Priester Turmaufsatz web

Bei diesem Anlass wurden die Turmknöpfe geöffnet und mit aktuellen Informationen aus dem Dorf versehen. (fk)  

 
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Erinnerung an Flugzeugabsturz bei Priester

erinnerung1Am 2. November 1944 stürzte bei Priester ein Bomber der US-Airforce nach einem Treffer durch die deutsche Flugabwehr ab. Nun wurde eine Gedenktafel zu Ehren der Besatzung in der Kirche des Ortes angebracht. Dabei waren unter anderem Zeitzeugen anwesend, die sich erinnern.

Priester. Gemeinsam enthüllen der Krostitzer Pfarrer Friedemann Krumbiegel und Linda Newman-Toth, Mitarbeiterin des US-Konsulats in Leipzig, in der Kirche von Priester eine Gedenktafel für die neunköpfige Besatzung der abgestürzten B-17, die den Namen „The Jub Jub Bird“ trug. Das Flugzeug war am 2. November 1944 in der Nähe des Ortes nach deutschem Flak-Beschuss abgestürzt, „geplatzt“ wie es im Kirchenbuch geschrieben steht. Sieben der Insassen kamen dabei ums Leben und wurden von den Ortsansässigen auf dem Friedhof von Priester begraben. Im Jahr darauf exhumierte die US-Armee die Toten, um sie umzubetten.

erinnerung2Zeitzeugen erinnern sich

Damit das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät, erinnert jetzt die kleine, goldene Tafel im Vorraum des Kirchenschiffes an den Absturz. Zahlreiche Gäste und der Chor sind bei der Andacht, dem gemeinsamen Beten, Singen und Erinnern dabei, die kleine Kirche ist voll besetzt. Unter ihnen ist auch Heinz Haupt aus Kupsal, der die Geschehnisse damals selbst beobachtete. „Ich habe gesehen, wie er in der Luft auseinanderbrach“, erinnert sich der 92-Jährige, „und wie sich in großer Höhe ein Fallschirm öffnete.“ Er habe einen Überlebenden gefunden und versucht ihn anzusprechen, jedoch habe der wegen einer Verletzung durch einen Granatsplitter nicht reagiert. Als ein hinzukommender Dorfpolizist meinte, dass der Überlebende erschossen werden sollte, habe er dem vehement widersprochen, bis schließlich ein Luftwaffenoffizier gekommen sei, der den US-Amerikaner gefangen nahm.

erinnerung3Familie stiftet Gedenktafel

Auch Stephan Schilling ist bei der Andacht dabei. Er betreut einen ehemaligen Luftschutzbunker bei Krumpa in der Nähe von Merseburg und beschäftigt sich mit Abstürzen von Flugzeugen im Zweiten Weltkrieg in der Region. Durch Zufall hat er ein paar Teile des Flugzeugs auf einem Feld gefunden, berichtet er. Daraufhin meldete sich Roger Lemley, Cousin des verstorbenen Bordfunkers, aus den Vereinigten Staaten und bat ihn, seiner Familie die Überbleibsel zukommen zu lassen, so Schilling. Nach einer Weile seien die Hinterbliebenen mit dem Wunsch auf ihn zugekommen, eine Gedenktafel für die Toten anzufertigen. Die Familie habe das nötige Geld gesammelt und er kümmerte sich, in Absprache mit Pfarrer Krumbiegel und Rolf Schulze, um die Umsetzung.
erinnerung4Jetzt, zur Andacht, verliest er Grußworte der Familie aus den USA, die sich bei allen Helfern bedankt. Konsulatsmitarbeiterin Linda Newman-Toth er hingegen mahnt die Anwesenden, dass das Gedenken auch für die gemeinsame Entschlossenheit stehen muss, einen Konflikt zwischen den Nationen nie wieder zuzulassen. Zum Ende schließt Pfarrer Krumbiegel seine Rede mit der Jahreslosung 2019 ab: „Suche Frieden und jage ihm nach!“


Quelle: LVZ | 08.11.2019 | Bastian Raabe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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