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Liebe Leserinnen und liebe Leser!

krippenfiguren21aDa habe ich den Karton mit unzähligen Krippenfiguren in der Hand und schaue auf das kleine Tischlein – alle werden sie dort nicht Platz haben. Was muss auf jeden Fall aufgestellt werden? Natürlich das Kind in der Krippe, Maria und Josef, versteht sich, aber dann … Im Angebot wären noch Stall, Stern, Hirten, Schafe, Könige, Kamele, Engel und nicht zu vergessen: Ochs und Esel. Wieso gerade die? Muss man ein Esel sein, um noch an Weihnachten zu glauben? Oder gar ein Ochse, der mit dickem Schädel nicht begreift, dass man sich wegen Corona über nichts freuen kann? In den biblischen Weihnachtsgeschichten kommen Ochs und Esel nicht vor, sind aber auf den frühesten Bildern immer dabei, während Maria und Josef sogar fehlen. Auch spätere Künstler haben Ochs und Esel zentral in Szene gesetzt. In der Delitzscher Stadtkirche zum Beispiel sind die Köpfe der beiden Tiere ganz nah am Kind dran. Die Hirten hingegen stehen weit hinter ihnen und schauen nur von außen in den Stall. Weshalb man Ochs und Esel für so wichtig erachtet hat, liegt an einer alttestamentlichen Bibelstelle. Da heißt es gleich zu Beginn bei Jesaja (1,3): „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.“ Gleichnishaft haben die Kirchenväter die beiden Tiere auf das Volk Israel und die vielen Heidenvölker bezogen, die nun gemeinsam Christus als ihren Herrn erkennen. Der Prophet Jesaja hatte allerdings tatsächlich die Tiere gemeint, die gegenüber den Menschen verständiger sind. Denn diese Arbeitstiere müssen schwere Lasten tragen, aber sie werden von ihren Herren auch versorgt. Deshalb laufen sie nicht weg, sondern wissen, wo die Futterkrippe ihres Herrn ist. Die Menschen aber verstehen nur schwer, dass sie von Gott alles Notwendige empfangen. Auch das Kind in der Krippe hat Gott in unsere Welt gegeben, weil es unsere Not zu wenden vermag. Ob wir das verstehen? In einer Kirche zeigt der Hirte auf den Ochsen: Da, nimm dir ein Beispiel! Okay, daran werde ich noch ein wenig kauen.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel