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Liebe Leserinnen und liebe Leser!

„Das ist ja das Allerletzte!“ — höre ich jemanden sagen. Um was es genau geht, ist mir entgangen, aber ich denke mir, dass es nichts Gutes sein kann. So drückt man seine Empörung oder Abscheu aus, manchmal auch ganz persönlich: „Der ist nun wirklich der Letzte!“ Oder noch schlimmer: „Das Letzte!“ Warum ist das so, dass wir mit dem Letzten so viel Negatives verbinden? Hat sich das sozialistische Schlangestehen vor dem Konsum so tief eingebrannt? Denn da gingen die Letzten meist leer aus. Oder hat der Sportunterricht so tiefe Spuren hinterlassen, falls man da nicht gerade zu den Schnellsten gehörte? „Matthäi am Letzten“ — so nannte Martin Luther einen Bibelvers, der unser Monatsspruch für den April ist. Das ist zunächst eine Ortsbeschreibung. Er meinte den letzten Vers, der ganz am Ende des Matthäusevangelium steht. Dort sagt Jesus als allerletztes zu seinen Jüngern: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“ Damit wird all das, was in dieser Welt und durch diese Welt auf uns einstürmt und uns zu schaffen macht, als etwas lediglich Vorletztes eingeordnet. Es gibt über alle Tage und selbst noch über das Weltende hinaus etwas viel Gewichtigeres, nämlich dass Gott in Christus unbedingt und unverrückbar bei uns ist.
„Matthäi am Letzten“ — das ist wie eine Chiffre: Last but not least ist Gott an meiner Seite. Im Vorletzten gehören wir meist nicht zu den Ersten. Da verlieren wir regelmäßig die Wettkämpfe, die besten Eltern zu sein, der beste Freund, die klügste Schülerin, der erfolgreichste Kollege. Meist sind wir Mittelfeld, oftmals nicht einmal das. Und manchem spielt einfach das Leben derart mit, dass er weit abgehängt sein Dasein fristet. Vielleicht erfährt so einer dann noch Spott oder billiges Mitleid. Aber Gott begegnet uns so nicht, von oben herab, sondern hat in Jesus Christus den Platz an der Seite der Hinterletzten eingenommen, hat sich unter sie gemischt und den Spott nicht gescheut. Bis zuletzt hat er dort ausgehalten, ist selbst am Kreuz keinen Zentimeter gewichen. Wir sollen es wissen, dass es keine Situation gibt, die ihn von unserer Seite weichen lässt.
Das Bewegende an dieser Geschichte ist, dass Gott dieses Allerletzte erwählt, um es zum Allerhöchsten zu machen. Der Apostel Paulus sagt sogar, dass Gott dem Gekreuzigten den Namen gegeben hat, der über allen Namen ist - also seinen eigenen Gottesnamen (Phil 2,9).
So zeigen sich die Dinge ganz umgedreht, als wie wir uns das denken. Bei ihm sind die Letzten die Ersten. Die Verlierer, die Gedemütigten und Demütigen sind die Geehrten. Und der Letzte vom Kreuz umschließt Anfang und Ende in sich und kann zu all denen, die sich abgehängt und am Ende fühlen, sprechen: Ich bin bei euch.


Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel