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Liebe Leserinnen und liebe Leser!

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„Soli Deo Gloria“ – so steht es hoch über den Orgelpfeifen der Weltewitzer Donati-Orgel, die in diesem Jahr 300 Jahre alt wird (siehe Seite 10f.). Warum aber steht dieser Satz gerade hier, im hintersten Bereich der Kirche? Würde es vorne an den Altar nicht viel besser passen, dieses „Allein Gott sei die Ehre“ – so die deutsche Übersetzung? Aber nein, unsere Vorfahren haben sich das schon gut überlegt. An der Orgel und in ihrer Musik fließt die Kunstfertigkeit vieler schöpferischer Menschen zusammen: Die Orgelbaukunst, die sich über Jahrhunderte vervollkommnet hat und in den Familien Silbermann und Donati solch einen Klang im Zusammenspiel von Instrument und Raum schuf. Weiter die Tonsetzerkunst unzähliger Komponisten, die für die Orgel geschrieben haben. Und nicht zuletzt diejenigen, die bis heute Tasten und Pedale musikalisch in Bewegung setzen. Viel Grund also, um Menschen für ihre schöpferische Mühe zu ehren! Aber gerade dort, wo Einzelne glänzen können, schien es den Erbauern wichtig zu sein, unübersehbar darüber zu setzen, wem zuerst und zuletzt die Ehre für all das gebührt. Wer der Schöpfer der Akustik und der akustischen Sinnesorgane ist. Wer in den menschlichen Geist den Sinn für Rhythmus, Harmonie und erzählerische Melodie gelegt und Finger und Füße so beweglich gemacht hat. Wer die unglaublichen Begabungen vergeben hat zum Komponieren und zum Musizieren, so dass unsere Seele berührt wird. Allein Gott gebührt die Ehre! – lautet die Überschrift über das alles. Und als Bitte: Gottes Ehre soll dieses Instrument und seine Musik auch künftig dienen.
Es ist bekannt, dass damals etliche Komponisten über ihre Notenblätter ebenfalls dieses Bekenntnis schrieben. Meist in der abgekürzten Form „S.D.G.“. Händel hat das so gemacht, Graupner, und natürlich Bach. Bei dem taucht das Kürzel aber meist am Ende auf, als ob er froh und dankbar den letzten Notenstrich aufs Papier gesetzt hat. An den Anfang schrieb er stattdessen fast immer die Buchstaben „J.J.“ – die Abkürzung für „Jesu Juva = Jesus, hilf!“. Darin liegt eine große lebenspragmatische Weisheit und Frömmigkeit. Ob uns das auch helfen kann, unser Tageswerk demütig zu beginnen und dankbar zu beenden? Die Passions- und Osterlieder werden in den nächsten Wochen davon zu sagen wissen, wie Jesus hilft und was die Ehre Gottes ist. Ich wünsche Ihnen, dass der kommende Frühling für Sie mit viel Musik zur Ehre Gottes erfüllt sein möge.

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel