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Liebe Leserinnen und liebe Leser!Laurentius

Vom 17. Juli bis 24. August sausen die Perseiden an unserer Erdkugel vorbei und sorgen am Nachthimmel für einen Schauer von Sternschnuppen. Am intensivsten regnet es die Laurentiustränen um den 10. August. Da lohnt es sich, die Nacht auf einer Sommerwiese zu verbringen und gemeinsam nach oben zu schauen. Vielleicht wandelt sich das Staunen und Bewundern dann in ein Singen. Mir kommen die Worte von Wilhelm Vischer in den Sinn: „Wie herrlich gibst du, Herr, dich zu erkennen, schufst alles, deinen Namen uns zu nennen: der Himmel ruft ihn aus mit hellem Schall, das Erdenrund erklingt im Widerhall.“ (EG 271)
Dass die verglühenden Minimeteore aber etwas mit Tränen zu tun haben, will mir nicht so recht in den Sinn. Natürlich ist der 10. August der Laurentiustag, also der Tag, an dem der römische Diakon Laurentius im Jahr 258 unter Kaiser Valerian hingerichtet worden sein soll. Der Legende nach geschah dies über einem Feuerrost – da kann man schon mal an feurige Funken und an Tränen denken.
Ein anderer Gedanke wäre, dass das, was Menschen aus Hingabe an die Armen gelitten haben, im Himmel zu einem leuchtenden Schatz wird. Es wird erzählt, dass Laurentius von Valerian ein Ultimatum von drei Tagen bekam, um den römischen Kirchenschatz auszuliefern. Der aber nutzte die Zeit und verteilte alle vorhandenen Spendengelder an arme und kranke Leute, an Verkrüppelte, Blinde, Lepröse, Witwen und Waisen. Am dritten Tag versammelte er diese bunte Schar und präsentierte sie dem wütenden Kaiser mit den Worten: „Das ist der wahre Schatz der Kirche!“
Die Holzstatue des Diakons in der nach ihm benannten Krostitzer Laurentiuskirche stammt aus den 1950iger Jahren, der Kirchgemeinde geschenkt von katholischen Geschwistern. Sie zeigt Laurentius noch jung und ernst, mit dem Palmenzweig als Zeichen des Märtyrers, und mit dem Feuerrost. Es ist umstritten, was an der Geschichte des Laurentius historisch ist. Seine Gestalt erinnert uns aber so oder so an die rebellische Perspektive der Evangelien, in denen Jesus mehrfach sagt, wie kostbar und wertgeachtet die Schwachen und Kleinsten bei Gott und ihm sind. Und dass entscheidend ist, wie wir ihnen Raum geben.
Ich wünsche Ihnen in diesem Sommer viele leuchtende Sternschnuppen: dankbare Begegnungen, fröhliche Entdeckungen, die Freude an den Schönheiten der Schöpfung und den Blick für den Reichtum, der im Himmel zählt.

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel