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Liebe Leserinnen und liebe Leser!hare 4315587 1920web

Kaum sieht man den Nistkasten im alten Birnbaum, der von Efeu überwuchert ist. Nur wenn die Vogeleltern an den Eingang fliegen, dann wird man darauf aufmerksam. Im Hintergrund ragt der Kirchturm empor und erinnert in dieser Zusammenstellung an den Psalm 84: „Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.“ Dieser Psalm ist ein uraltes Pilgerlied, in dem die Wanderer noch weitab von ihrem Ziel auf einem mühsamen Weg sind und dabei schon sehnsüchtig vorausdenken. Sie denken an den Tempel, der über der Stadt im Gebirge thront und in dem die Menschen sich Gott nahen mit ihren Gebeten und Opfergaben. Für uns ist diese intensive Sehnsucht nur schwer nachvollziehbar, - auch deshalb, weil wir immer irgendwo einen Gottesdienst in der Nähe haben. Selbst in den vergangenen Wochen, als bei uns keine gemeinsamen Gottesdienste mehr stattfinden durften, war doch der nächste Gottesdienst nur einen Knopfdruck entfernt im Radio oder Fernsehen oder Internet zu finden. Natürlich spürt man dabei, was wesentlich fehlt, aber es sind dennoch Gottesdienste. So war es aber bei den Menschen im alten Israel nicht. Maximal dreimal im Jahr sind sie nach Jerusalem gepilgert. Und ja, man kann sich nach Vergebung sehnen. Und nach Trost! – Auf der Reise erinnern sie sich, wie jedes Jahr auch die Vögel kommen und auf dem Tempelvorhof nisten; wie die Schwalben ihre Nester in den Gesimsen bauen und in den Altarnischen Vögel nisten. Sie haben ein Haus gefunden, wohl dem, der wie sie in Gottes Nähe wohnen darf, so sagten damals die Reisenden. – Unsere Kirchen sind auch Gotteshäuser, in denen Gottes Name Raum findet. Auch in unserer Zeit kommen „Reisende“ hierher, hören Gottes Wort und erfahren so, dass er sie befreit, ermahnt und tröstet. Auch heute gibt es danach eine Sehnsucht, auch wenn sie schnell einmal verdeckt oder mit Ersatzmitteln befriedigt wird. In den vergangenen Wochen standen unsere Kirchtüren vielfach offen, teilweise von morgens bis abends. Und es kommen weiterhin Menschen, die für andere Kerzen anzünden oder ein Tagzeitengebet sprechen. Mögen diese alle bei Gott geborgen sein, wie ein Vogel im Nest!

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete und behütete Sommerzeit und grüße Sie herzlich

Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel