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Liebe Leserinnen und liebe Leser!

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„Sternstunden der Menschheit“ hieß ein Mega-Bestseller, der zu seinen Zeiten in fast jedem deutschen Bücherschrank zu finden war, bis er dann 1933 wegen der jüdischen Herkunft des Verfassers verboten wurde. In dem Buch werden historische Ereignisse packend erzählt, - Erfolgsmomente, in denen Großes geschaffen oder Neues entdeckt wurde, dramatische Momente auch, die den Lauf der Geschichte veränderten, - manchmal sogar grandiose Misserfolge. Kritiker sagen, der Autor, Stefan Zweig, hätte besser den Titel „Schicksalsstunden der Menschheit“ gewählt, denn mit einer Sternstunde verbinden wir eigentlich etwas unglaublich Schönes und Erhellendes. Das kommt nicht zuletzt durch die biblische Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland, die einem besonderen Stern über eine weite Strecke folgten, ihn dann kurzfristig aus dem Blick verloren und über Bethlehem wiederentdeckten. „Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut“ (Matthäus 2,10). In dem Stall mit dem neugeborenen Kind erlebten sie die Sternstunde, für die sich alle Wege gelohnt hatten. Stefan Zweig nannte seine Erzählungen „Sternstunden“, obwohl gerade die letzten Episoden kein Anlass zur Freude sind. Politisch verhängnisvolle Momente präsentierte er da, düstere Sternstunden, die sich um die Gestalten von Lenin, Wilson und Cicero ranken. Bereits in den späten 1920er Jahren konnten aufmerksame Leser daraus eine Warnung vor der politischen Entwicklung herauslesen. Dunkle Sterne und Irrlichter umgeben uns auch heute zur Genüge, und man kann müde werden beim Betrachten und Unterscheiden. Nicht müde stehen bleiben sollen wir aber auf dem Weg zur Krippe, auch wenn er immer noch mühsam ist und viele abwinken. Nicht müde werden, denn in dem Gottes- und Menschensohn Jesus schenkt Gott seine Sternstunde der Welt. „Dies ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören“ (Matthäus 17,5). Das gilt durch alle Zeiten hindurch und gibt die beste Orientierung. Ich wünsche Ihnen gerade auch in der dunklen Jahreszeit die Entdeckung der Sterndeuter: „… da wurden sie hocherfreut!“

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel