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Liebe Leserinnen und liebe Leser!

andacht1122Fürchte dich nicht! Immer wieder wird in der Bibel dieser eine Satz verschiedensten Menschen zugesprochen. Oft sind es Menschen, die schon in Not und Angst geraten sind und nicht wissen, wie sie die kommende Zeit überstehen sollen. Manche stehen auch vor Aufgaben, die ihnen viel zu schwer erscheinen, und sie haben deshalb Angst. Meistrichtet dann ein Gottesbote oder ein Prophet das „Fürchte-dich-nicht!" aus und verweist darauf, dass dieser Satz von ganz oben kommt. Genaugenommen ist aber Gott damit schon heruntergekommen. Sowie Eltern in die Knie gehen und ihre Kinder trösten, sie dabei in den Arm nehmen und ins Ohr flüstern: Du brauchst keine Angst haben.

Manche behaupten, dieser Satz würde sich dreihundertfünfundsechzigmal in der Heiligen Schrift finden - für jeden Tag des Jahres einmal. Tatsächlich zieht sich diese Aussage vom ersten bis zum letzten Buch der Bibeldurch. Nachgezählt habe ich aber nicht. Doch ich glaube, es ist häufig genug gesagt - für jeden herausfordernden Tag und jede dunkle Nacht.

Aus welchen Gründen aber soll die Furcht nicht Recht behalten? Wer oder was birgt uns, wenn wir uns nackt und verletzlich fühlen? Ist Gott wie ein Fels und eine Burg (Psalm 18,3), in die man sich flüchten kann? Ich denke dabei an Burg Bodenstein, wo wir schon so oft mit Freizeiten waren. Da gibt es eine Zugbrücke, ein mächtiges Tor und dicke Mauern, hintern denen man jahrhundertelang Zuflucht fand. Heute wird die Zugbrücke nicht mehr hochgezogen, aber wenn ich im Dunkeln vor der Burg stehe und oben aus dem Saal die Lichter scheinen, dann ist das dennoch ein anziehendes Bild der Geborgenheit.

Und irgendwie auch ein Bild für Gott. Er lässtdie Zugbrücke unten und bietet dennoch Schutz. In der Heiligen Nacht lässt er das wärmste Licht aus einem Stall heraus scheinen, währender zugleich aller Welt zurufen lässt: „Fürchte euch nicht! . . . denn euch ist heute der Heiland geboren." (Lk 2, 10-11). Ein winziges Neugeborenes ist so ziemlich das Gegenteil von einer wehrhaften Burg. Und dennoch schützt uns jenes Kind vor den ärgsten Feinden, die in uns selber schlummern. Es schützt uns mit seiner Liebe und seiner Vergebung vor uns selbst, vor unserer inneren Erstarrung und Selbstverkrümmung. Deshalb dichtete Paul Gerhardt: „Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne."
 
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen


Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel